Fachberatung für Glücksspielsucht

Ein Roulette

 

Ein Betroffener berichtet:"Das war eine Zeit, da stand ich irgendwie neben mir selber. Es ging eigentlich nicht mehr so sehr ums Geld, es ging nur noch um dieses Gefühl beim Spielen. Jedenfalls hab ich alles verbraten."

 

Wenn die Suche nach dem Glück zur Sucht wird…

Glücksspiele wie Lotterien, Sportwetten, Roulette oder Automatenspiele sind seit Jahrhunderten fest in unserer Alltagskultur verankert. Die Glücksspielerinnen und Glücksspieler suchen Spannung und Vergnügen und freuen sich über einen Gewinn. Im Vordergrund steht dabei die Unterhaltung - "Es ist ja nur ein Spiel…"

Wenn jedoch der Nervenkitzel und die Sehnsucht nach dem großen Gewinn - einem besseren Leben - zum alles beherrschenden Motiv des Spielers wird, geht es um Glücksspielsucht.

Kennzeichnend sind ein starkes  Eingenommen sein vom Glücksspiel und eine herabgesetzte Kontrolle über Beginn, Ende und Ausmaß der Spielhandlungen. Das Zeitgefühl geht verloren, der Geldverlust wird gleichgültig. Das Spielen hat sich verselbständigt.

Glücksspielsucht wirkt sich aber auch über den Kreis der direkt Betroffenen hinweg aus. Sie ist häufig mit Spielschulden sowie wirtschaftlichen und sozialen Notlagen, z.B. dem Verlust des Arbeitsplatzes, verbunden. Darunter haben auch die Familie, Angehörige und Freunde zu leiden.

Je früher Glücksspielsucht erkannt wird und sich der Betroffene seine Probleme eingesteht, desto besser sind auch die Chancen, sich ohne weitere finanzielle, gesundheitliche und seelische Schäden aus der Abhängigkeit zu lösen. Angehörige können sie in unseren Suchtberatungsstellen Hilfe und Unterstützung suchen, wenn sie den Eindruck haben, dass ein Familienmitglied übermäßiges Glücksspiel betreibt.

Hier finden Sie unsere Glücksspielberatungsstellen

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Ambulante Reha und Beratung für Pathologische Glücksspielenede

Fachambulanz Frankfurt Beratung und ambulante Rehabilitation
Fachambulanz Gelnhausen Ambulante Rehabilitation

Weitere Informationen

Phasen der Glücksspielsucht

Gewinnphase

Am Anfang stehen oft Gewinne und das Gefühl mit geschicktem Handeln den Automaten besiegen zu können. Die Einsätze steigen langsam an und der Spieler/die Spielerin erlebt, dass die Alltagssorgen hinter euphorischen Gefühlen verschwinden.

Verlustphase

Die Verluste nehmen zu und der Spieler/ die Spielerin steigert Spieleinsatz und Spielhäufigkeit, um sie wieder auszugleichen. Symptome wie Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, Aggressionen treten auf. Versuche mit das Glücksspiel zu beenden oder einzuschränken scheitern. Lügen gegenüber der Familie sollen das wahre Ausmaß der Erkrankung vertuschen. Das Glücksspiel wird benutzt um unangenehme Gefühle, Wut usw.

Verzweiflungsphase

Der Spieler/ die Spielerin zieht sich immer mehr aus sozialen Kontakten zurück, leiht sich Geld, Beziehungen und Arbeitsstellen werden riskiert, es kann zu Betrug und Diebstählen kommen. Schuldgefühle sowie Stresssymptome wie Herzrasen und Schlafprobleme treten auf.

Aufgabephase

Der Spieler/ die Spielerin erkennt, dass sich der Suchtkreislauf nicht mehr fortsetzen lässt. Oft ist die Lebensgrundlage bedroht. In dieser Situation treten manchmal Suizidgedanken auf. Es tritt die Einsicht ein, Hilfe annehmen zu müssen, weil der Weg aus der Sucht allein nicht zu bewältigen ist.

Angebote in der Glücksspielberatung

Im Rahmen unserer Glücksspielsuchtberatung können wir Ihnen folgende Angebote unterbreiten:

• individuelle Beratungsgespräche für Glücksspieler und Glücksspielerinnen sowie ihre Angehörigen,
• Gruppenangebote für Glücksspieler und Glücksspielerinnen bzw. deren Angehörige,
• Vermittlung in ambulante und stationäre Therapiemaßnahmen zur Behandlung einer Glücksspielsucht,
• Informationen zu glücksspielrelevanten Themen,
• enge Zusammenarbeit mit der Schuldner- und Insolvenzberatung,
• Vermittlung zu weiteren sozialen Diensten.

Diagnose Glücksspielsucht

Das DSM-IV definiert pathologisches Glücksspiel als:

Fortdauernd und wiederholt fehlangepaßtes Spielverhalten, indiziert durch fünf (oder mehr) der folgenden Merkmale:

  1. Häufige Beschäftigung mit dem Glücksspiel (zum Beispiel Beschäftigung mit früheren Glücksspiel-Erlebnissen, Verhinderung oder Planung der nächsten Unternehmungen oder Überlegungen, wie Geld für das Glücksspiel zu beschaffen ist).

  2. Bedürfnisse zum Glücksspiel mit steigenden Einsätzen, um die gewünschte Erregung zu erreichen.

  3. Wiederholte erfolglose Versuche, das Glücksspiel zu kontrollieren, einzuschränken oder ganz damit aufzuhören.

  4. Ruhelosigkeit oder Reizbarkeit bei dem Versuch, das Glücksspiel einzuschränken oder aufzugeben.

  5. Teilnahme am Glücksspiel, um Problemen zu entfliehen oder dysphorische Stimmungen abzubauen ( zum Beispiel Gefühle von Hilflosigkeit, Schuldgefühle, Sorgen und Ängste, Depressionen).

  6. Wiederholte Geldverluste beim Glücksspiel und Rückkehr am anderen Tag, um die Verluste wieder wettzumachen (die "Jagd" nach einem Verlustausgleich).

  7. Belügen von Familienmitgliedern, Therapeuten oder anderen, um das Ausmaß der Beteiligung am Glücksspiel zu verheimlichen.

  8. Begehen illegaler Handlungen wie Urkundenfälschung, Betrug, Diebstahl oder Unterschlagung, um das Glücksspiel zu finanzieren.

  9. Gefährdung oder Verlust einer bedeutsamen Beziehung, Arbeitsstelle oder Ausbildungsmöglichkeit oder einer beruflichen Aufstiegschance wegen des Glücksspiels.

  10. Der Verlaß darauf, daß andere Geld zur Verfügung stellen, um eine durch das Glücksspiel hervorgerufene verzweifelte finanzielle Situation zu entspannen.

Das Spielverhalten ist nicht auf eine manische Episode zurückzuführen.

(Diagnostisches und Statistisches Manual psychischer Störungen (DSM IV) Deutsche Bearbeitung und Einführung von Saß, H., Wittchen H.-U., Zaudig, M. (Hrsg.) Hogrefe Verlag Göttingen 1996)

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